1. Der Gemeinderat fordert die VBK auf, die untersuchten Alternativen ei-
nes Liniennetzplans nach Fertigstellung der Kombilösung sowie die je-
weiligen Argumente für deren Verwerfung vorzulegen

2. Der Gemeinderat fordert die VBK auf, einen Liniennetzplan vorzulegen,
welcher den vor dem Bürgerentscheid versprochenen Verbesserungen
nahekommt.

Der von den VBK vorgestellte Liniennetzplan enthält gegenüber den ursprünglichen und gegenüber der Öffentlichkeit kommunizierten Absichten erhebliche Nachteile. So ist beispielsweise statt einer geplanten zusätzlichen Tram-Linie sogar eine Linie weniger als vor der Kombilösung angeboten und das, obwohl mit der Kriegsstraße eine zusätzliche Trasse zur Verfügung steht und der Stadtbahntunnel angeblich bis zu acht Linien aufnehmen kann. Besonders hart betroffen ist – entgegen der ursprünglichen Absicht – der Stadtteil Waldstadt, der sowohl seine direkte Anbindung an den Marktplatz als auch an den Hauptbahnhof verliert. Auch wenn nicht in Abrede gestellt wird, dass die Haltepunkte Europaplatz und Ettlinger Tor Teile der Innenstadt sind, so ist dies in der Kombination mit dem Verlust der Anbindung an den Hauptbahnhof eine einschneidende Verschlechterung. Es wird auch die Chance vertan, der südlichen Weststadt die vielfach gewünschte Direktanbindung an den Hauptbahnhof zu bieten. Stattdessen wird die Anbindung an den Bahnhof Durlach als Vorteil dargestellt, obwohl dort kaum Linien erreicht werden, die nicht auch – neben dem Fernverkehr – am Hauptbahnhof erreichbar wären. Die Linie 5 fährt letztlich nur in den Bahnhof Durlach ein, um die dortige Wendeschleife zu nutzen. Andererseits fehlt die ursprünglich geplante Linie 7, die als jeweils zweite Linie DurlachTurmberg und die Rheinstrandsiedlung bedienen sollte, ebenso wie die gestrichene Linie 6. Dies sind nur einige Beispiele für wenig nutzerfreundliche Linienführungen. Es liegt der Verdacht nahe, dass hier überwiegend Kostenoptimierung im Raum stand und dass eventuell doch keine acht Linien im Bereich des Sachverhalt / Begründung: unterirdischen Gleisdreiecks Marktplatz störungsfrei möglich sind. Eine Entlastung dieses Bereiches könnte durch eine Verkürzung der Stadtbahn-Linien S7 und S8 erreicht werden, die bei entsprechender Fahrplananpassung am dritten Gleis Marktplatz Anfang und Ende nehmen könnten, ohne das Gleisdreieck und den östlichen Stadtbahntunnel zu befahren. Durch den vorgelegten Liniennetzplan ist die Chance und das Versprechen vertan worden, durch die Kombilösung eine Ausweitung des Angebotes zu bewirken, statt – wie jetzt – eine Minimierung. Die VBK haben lediglich das – suboptimale – Endprodukt ihrer Überlegungen vorgestellt, aber nicht die verworfenen Alternativen nebst der dafür herangezogen Begründungen. Dies ist aber zur Bewertung und Einordnung des vorgelegten Liniennetzplanes unabdingbar. Unterzeichnet von: Tom Hoyem, Annette Böringer, Thomas H. Hock, Karl-Heinz Jooß

 

Antrag__Nachbesserungen_Liniennetzplan.pdf