Unterstützung der Kulturinstitution Subculture and Underground (SAU) e.V. und Alte Hackerei
Interfraktionelles Schreiben von Fraktion DIE LINKE, FDP-Fraktion, GRÜNE Fraktion, Fraktion KAL/Die PARTEI an Herrn Bürgermeister Dr. Albert Käuflein Frau Dr. Susanne Asche
Karlsruhe, den 21.07.20
Sehr geehrter Herr Dr. Käuflein, sehr geehrte Frau Dr. Asche, die Unterzeichnenden begrüßen den Willen der Stadt Karlsruhe, die Arbeit und Produktivität der kulturellen und künstlerischen Einrichtungen für Karlsruhe langfristig zu sichern und Karlsruhe als Kulturstadt zu erhalten. Die Vorlage für den Gemeinderat am 21.07.2020 findet grundsätzlich unsere Zustimmung. Auf eine uns bekannte Institution, um deren Unterstützung wir unbedingt bitten, möchten wir dennoch gesondert hinweisen: SAU e.V. und Alte Hackerei. Der SAU e.V. und seine aktuell 153 Mitglieder tragen seit 13 Jahren ehrenamtlich zur Vielfalt des Karlsruher Kulturangebots bei. In Summe etwa 700 durchgeführte Kulturveranstaltungen und im Jahr 2019 89 Veranstaltungen mit vielfach internationalen Künstler*innen sowie die steigende Tendenz der Kulturveranstaltungen in den letzten 5 Jahren sprechen eine klare Sprache. Am Programm der Karlsruher Kulturinstitutionen zur Wiederaufnahme des Betriebs in Zeiten von Corona in diesem Sommer sind der SAU e.V. und die Alte Hackerei mit viel Engagement maßgeblich beteiligt, z.B. im Rahmen des Open Air – Festivals „Toujours Kultur“ (www.toujourskultur. de). Wir gehen davon aus, dass das kulturelle Angebot des Vereins, der auch Mitglied des Kulturrings ist, nicht infrage steht. SAU e.V. und Alte Hackerei sind einzigartig und sollten unbedingt als Teil der Karlsruher Kulturlandschaft erhalten bleiben. Zwei Punkte bedürfen aus unserer Sicht hinsichtlich dieser speziellen Institution eines Kommentars: 1. Im Kulturausschuss wurde darüber gesprochen, dass grundsätzlich Institutionen eine Unterstützung (Fehlausgleichszahlung) erhalten sollen, die bereits eine Förderung erhalten, nur im Einzelfall Institutionen, die bisher keine Förderung erhalten haben. Auch der Finanzbedarf wurde u.W. allein durch eine Bedarfsfeststellung bei den bisher geförderten Institutionen erhoben. Die Unterzeichnenden legen Wert darauf festzustellen, dass wir es sehr begrüßen, dass SAU e.V. und Alte Hackerei ihre Arbeit bisher weitgehend ohne Zuhilfenahme städtischer Finanzmittel geleistet haben. Wenn jahrelang keine städtischen Mittel in Anspruch genommen wurden, so spricht dies in unseren Augen für und nicht gegen diese Kulturinstitution in Karlsruhe und insofern sollte aus unserer Sicht unbedingt einer der genannten Einzelfälle sein. Der bisherige Erfolg der Kultureinrichtung gibt den Macher*innen recht: Es ist aus unserer Sicht ebenfalls beachtenswert und ein Zeichen hoher Wertschätzung der kulturellen Arbeit, dass die Unterstützung der Alten Hackerei mit einem Spendenaufruf angesichts der finanziellen Probleme durch Corona u.W. das höchste Spendenaufkommen seitens Gästen aber auch Bands, die hier in der Vergangenheit aufgetreten sind, für eine Karlsruher Kulturinstitution erbracht hat. – SAU e.V. und Alte Hackerei bilden eine in Karlsruhe einzigartige – in anderen Städten durchaus übliche – Konstruktionsform einer Kulturinstitution: Die Veranstaltungen laufen über den Kulturverein SAU e.V., die gastronomischen Einnahmen gehen an die Alte Hackerei. Wichtig ist dabei, dass die Alte Hackerei keine Gaststätte mit gelegentlichen Unterhaltungsveranstaltungen ist. Das vielfältige und umfangreiche Programm – siehe oben – spricht eine deutlich andere Sprache. Ermöglicht wird das kulturelle Angebot allerdings nur, indem die Alte Hackerei sowohl die Räumlichkeiten als Spielstätte für den SAU e.V., als auch die Infrastruktur wie Ton- und Lichttechnik für die Kulturveranstaltungen unentgeltlich dem SAU e.V. zur Verfügung stellt. Das heißt: nicht öffentliche Gelder, sondern der gastronomische Erlös der Zuschauer und der unentgeltliche Einsatz vieler Beteiligter, so u.a. auch der des Pächters der Alten Hackerei, Christian Bundschuh, führen zum Kulturangebot an diesem Ort. Ohne die Alte Hackerei als Spielstätte würde es kein Kulturangebot von SAU e.V. geben und – dies als Randnotiz: nur als formelle Gaststätte war auch vor jetzt 13 Jahren die Anmietung der Räumlichkeiten über die Fächer GmbH auf dem Alten Schlachthof-Gelände möglich. Der SAU e.V. wurde im Jahr 2008 gegründet, damit gemeinsam Strukturen aufgebaut werden können, die ein nachhaltiges Kulturangebot ermöglicht haben. Wenn aktuell die Unterstützung durch die Stadt Karlsruhe zum Fortbestand von SAU e.V. und Alter Hackerei notwendig ist, ist dies aus unserer Sicht aufgrund der Sonderbedingungen durch die Corona-Pandemie absolut nachvollziehbar.
Wir bitten Sie entsprechend um eine wohlwollende Prüfung entlang des Vorgehens bei den anderen Kulturinstitutionen des Kulturrings.
Freundliche Grüße Mathilde Göttel, Lukas Bimmerle – Fraktion DIE LINKE Annette Böringer, Tom Hoyem – FDP-Fraktion Renate Rastätter, Markus Schmidt, Zoe Mayer – GRÜNE Fraktion Michael Haug, Lüppo Cramer, Max Braun – Fraktion KAL / Die PARTEI

Unterstützung der Kulturinstitution Subculture and Underground (SAU) e.V. und Alte Hackerei